Die Euro 6 Norm und der PKW-Restwert

Seit dem 1. September 2015 ist die Schadstoffklasse „Euro 6“ für alle neu zugelassenen Fahrzeuge verbindlich. Die wichtigste Änderung ist die Reduzierung des Ausstoßes von Stickstoffoxid, besonders betroffen sind Fahrzeuge mit Dieselmotor. Während diese Selbstzünder zuvor noch 180 Milligramm pro Kilometer ausstoßen durften, wurde die Grenze nun auf 80 Milligramm mehr als halbiert. Dieselmotoren müssen die Vorgabe seither erfüllen, für Ottomotoren wurde eine Frist bis 2017 gesetzt. Wer in den letzten Jahren ein neues Auto gekauft hat, ist zu Recht verunsichert: Habe ich etwa ein „altes“ Auto gekauft, das bald nicht mehr frei überall hinfahren kann? Wie kann ich den Restwert meines PKW ermitteln und was passiert genau wegen der Euro 6 Norm? Diese und weitere Informationen zur Euro 6 Norm erhalten Sie im folgenden Artikel.

Was passiert durch die Einführung der Euro 6 Norm?

Vorraussetzung für das Befahren der Umweltzone ist die grüne Plakette oder eine Ausnahmegenehmigung.
Dieses Schild signalisiert den Beginn einer Umweltzone

Je weniger Schadstoffe von Fahrzeugen ausgestoßen werden, desto besser. Immerhin übersteigen die Messwerte in den meisten deutschen Großstädten auch nach der Einführung der Umweltzonen weiterhin die zulässigen Grenzwerte. Es hat sich allerdings gezeigt, dass die politischen Vorgaben in der Realität nur schwer umzusetzen sind. Nicht umsonst wurden Messwerte manipuliert oder sind nur unter Laborbedingungen einhaltbar – siehe beispielsweise beim VW-Abgasskandal. Doch was bedeutet die Einführung der Euro 6 Norm für Autobesitzer?

Die Einführung hat für bereits zugelassene Fahrzeuge keine direkten Auswirkungen – Stichwort Bestandsschutz. Kommt es jedoch zur Einführung neuer Umweltzonen, in die nur Autos mit Euro 6 – Zuordnung einfahren dürfen, sieht es anders aus. PKW, die wegen ihres Schadstoffausstoßes nicht die Vorgaben für die blaue Umweltplakette erreichen, würden mit einem innerstädtischen Fahrverbot belegt. Die meisten Benziner blieben davon verschont, doch deutschlandweit wären rund 13 Millionen Dieselautos betroffen. Der Wert der Autos würde schlagartig sinken, weil sich diese Fahrzeuge bei einem Gebrauchtwagenverkauf nur mit einem Abschlag wieder verkaufen ließen.

Berufspendler, Innenstadtbewohner oder Unternehmen mit einer Flotte von dieselbetriebenen Firmenwagen müssen nun abwägen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, PKW mit einer Einordnung nach Euro 5 oder niedriger noch zügig zu verkaufen, solange der Gebrauchtwagenmarkt stabil ist. Mit dem Erlös würde dann der Umstieg auf ein neues Fahrzeug mit Euro 6 – Zulassung teilweise gegenfinanziert.

Für eine marktgerechte Ermittlung des Restwerts stehen Ihnen neben der Nutzung von Listen und Statistiken, beispielsweise von DAT und Schwacke, auch deutschlandweit agierende Ankaufunternehmen zur Seite. Seriöse Anbieter bewerten das Fahrzeug ausführlich, individuell und kostenfrei. Wer beispielsweise über Wirkaufendeinauto.de sein Auto verkaufen will, spart viel Zeit für Inserate, Preisverhandlungen und die Abmeldung des KFZ.

Blaue Umweltplakette Pro und Contra

Im August 2016 wurde die Einführung der blauen Plakette vom Umweltbundesamt vorerst auf Eis gelegt. Noch im Herbst sollten Alternativvorschläge vorgestellt werden. Nach einer Diskussion zwischen dem Amt und den Ländern am 7.10.2016 herrscht jedoch noch immer keine Einigung. Kommt die Plakette nun oder nicht? Wenn ja, ist es damit aber noch lange nicht getan. Nur neue Umweltzonen werden dem Bedarf von weniger Schadstoff-Ausstoß auch wirklich gerecht. Zur Umsetzung gehört noch viel mehr. Die Kommunen dürften selbst entscheiden, ob und wo sie die neuen Zonen einrichten. Die Schwierigkeit dabei: Wer trägt die Kosten für die neuen Schilder? Und wird es eine Entschädigung für die Autofahrer geben, die mit ihren Autos nicht mehr überall fahren dürfen? Gegenstimmen sind der Meinung, wichtiger als die Durchsetzung der blauen Plakette sei viel mehr der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie bessere Bedingungen für Fahrradfahrer und Fußgänger. Elektroautos müssten noch mehr gefördert werden und endlich für den Normalverdiener erschwinglich sein.

Was in der Diskussion um die neuen Umweltzonen oft vergessen wird: Es geht primär um den Schutz der Menschen, die an viel befahrenen Straßen wohnen und tagtäglich den Schadstoffen ausgesetzt sind, die vor allem die Atemwege massiv angreifen. Letztlich wird nur eine Strategie, die Fahrverbote für Fahrzeuge mit besonders hohem Schadstoffausstoß vorsieht, die Neuanschaffung schadstoffarmer PKW fördert und den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs bündelt, zu einem messbaren Erfolg führen.

Quellen:

https://www.umweltbundesamt.de/

https://www.adac.de/infotestrat/umwelt-und-innovation/umweltzonen/

 

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