Crit’Air – die französische Umweltplakette

Das Land der Liebe und der Lichter: Frankreich 

Frankreich ist nicht nur das Land des Eiffelturms, der Haute Couture und der exquisiten Küche; es ist auch ein Land, das sich der Nachhaltigkeit und dem Umweltschutz verschrieben hat. Mit seinen vielfältigen Landschaften, von den Alpen bis zur Côte d’Azur, zieht Frankreich Touristen aus der ganzen Welt an. Doch die Beliebtheit hat ihren Preis, insbesondere in Bezug auf die Luftqualität in dicht besiedelten und touristisch frequentierten Gebieten. So hat Frankreich in den letzten Jahren mehrere Umweltinitiativen ins Leben gerufen, um die Herausforderungen der Luftverschmutzung und des Klimawandels anzugehen. Unter anderem wurden verschiedene Typen von Umweltzonen etabliert, die den Verkehr und damit die Emissionen in Ballungsgebieten regulieren. Diese Bemühungen zeigen, dass Frankreich nicht nur ein Reiseziel für Kulturliebhaber und Gourmets ist, sondern auch eine Vorreiterrolle im Bereich der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes einnimmt. 

Geschichte und Entwicklung der Umweltzonen 

Die Idee der Umweltzonen in Frankreich ist nicht neu und hat ihre Anfänge im Jahr 2016, als die französische Hauptstadt Paris die erste offizielle Zone à Circulation Restreinte (ZCR) einführte. Dieser radikale Schritt wurde ergriffen, da die Stadt anhaltende Probleme mit der Luftverschmutzung hatte, die oft durch Verkehrsemissionen verschlimmert wurde. 

Zu Beginn waren die Beschränkungen relativ locker; ältere Dieselautos und Fahrzeuge, die nicht den Euro 5-Normen entsprachen, waren die Hauptziele der Restriktionen. Bereits damals konnte man beobachten, dass die Beschränkungen vor allem während Spitzenverschmutzungsperioden verschärft wurden, manchmal mit Fahrverboten für bestimmte Nummernschilder. 

Im Jahr 2017 wurde das Crit’Air-Vignetten-System eingeführt. Dieses System kategorisiert Fahrzeuge anhand ihrer Emissionswerte in verschiedene Klassen, von Crit’Air 1 für die saubersten bis Crit’Air 6 für die umweltschädlichsten Fahrzeuge. Die farbcodierten Vignetten sind schnell zu erkennen, was die Durchsetzung der Regeln erleichtert. 

Heute sind die Umweltzonen ein fester Bestandteil der französischen Verkehrs- und Umweltpolitik, und es wird erwartet, dass sie sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln und ausdehnen werden, sowohl in Bezug auf die geografische Abdeckung als auch die strikten Emissionsanforderungen. Mit dieser fortlaufenden Entwicklung der Umweltzonen in Frankreich bleibt das Land an der Spitze der europäischen Bemühungen, eine nachhaltige und umweltfreundliche Zukunft für alle zu schaffen. 

Welche Art von Umweltzonen gibt es in Frankreich? 

ZFE („zone à faibles émissions) 

Die ZFE, kurz für „Zone à Faibles Émissions“ (Niedrig-Emissionszone), ist ein Bereich, in dem das Fahren grundsätzlich eine Crit’Air-Vignette voraussetzt. In diesen Zonen können Fahrzeuge mit ungünstigen Crit’Air-Kategorien sogar komplett ausgeschlossen sein. Bis Ende 2019 als ZCR-Zonen bezeichnet, sind die ZFE-Zonen (Zone à Faibles Émissions) dauerhaft festgelegte Gebiete, die durch Straßenschilder gekennzeichnet sind. 

ZPA (zones de protection de l’air) 

ZPA-Zonen, auch als „Zones de Protection de l’Air“ bekannt, sind temporäre Umweltzonen, die normalerweise keine Vignettenpflicht haben. In diesen Gebieten erfolgt eine ständige Überwachung der Luftqualität. Wenn bestimmte Schadstoffgrenzen überschritten werden, wird die temporäre Umweltzone aktiviert. In diesem Fall dürfen nur noch Fahrzeuge mit einer gültigen Crit’Air-Vignette und der passenden Emissionsklasse das Gebiet befahren. 

ZPAd (Zone de Protection de l’Air départementale) 

Ein weiterer Typ von Umweltzonen in Frankreich ist die ZPAd, die Zone de Protection de l’Air départementale. Diese Zonen können von den einzelnen französischen Départements bei Bedarf vorübergehend eingerichtet werden, oft als Antwort auf lokal auftretende, hohe Schadstoffwerte. 

Welche Umweltplaketten gibt es in Frankreich? 

Das französische Plakettensystem basiert auf der Crit’Air Vignette, einer farbcodierten Plakette, die anzeigt, wie umweltfreundlich ein Fahrzeug ist. Es gibt insgesamt sechs verschiedene Kategorien, von Crit’Air 1 für die saubersten Fahrzeuge bis Crit’Air 6 für die am stärksten verschmutzenden. Die Crit’Air Vignette ist ein einheitliches System, das in ganz Frankreich verwendet wird, allerdings ist sie nicht in allen Städten obligatorisch. In Städten mit permanenten Umweltzonen (ZCR) wie z.B. Paris ist die Crit’Air Vignette immer erforderlich, wenn man in der Zone fahren möchte. In anderen Städten mit temporären Zonen, die nur bei hohen Verschmutzungsgraden aktiviert werden, wird die Vignette nur dann benötigt, wenn die Zone aktiv ist. 

Gilt die Vignette für alle französischen Städte in Frankreich? 

Die Crit’Air Vignette gilt landesweit für alle französischen Städte und Gemeinden, die eine Umweltzone eingerichtet haben. Das heißt, wenn Sie eine Crit’Air Vignette haben, ist sie in jeder Stadt gültig, die ein entsprechendes Zonensystem hat. Sie müssen nicht für jede Stadt eine separate Vignette erwerben. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht alle Städte in Frankreich Umweltzonen haben und daher nicht überall eine Vignette erforderlich ist. 

Kann ich mit jeder französischen Vignette in die Umweltzonen fahren? 

Die Möglichkeit, mit einer französischen Umweltvignette in verschiedenen Umweltzonen zu fahren, hängt von den jeweiligen Zonenregelungen ab. Frankreich bietet verschiedene Crit’Air-Vignettenklassen an, die sich nach den Emissionswerten des jeweiligen Fahrzeugs richten. Jede Zone hat ihre eigenen Zugangsbedingungen, und nicht alle Vignettenklassen sind überall zugelassen. Beispielsweise können im Großraum Paris nur Fahrzeuge mit den Vignettenklassen 1 bis 3 einfahren, während Fahrzeugen ohne Vignette oder mit den Klassen 4 und 5 der Zugang verweigert wird. 

Sind ausländische Fahrzeuge auch von den französischen Umweltzonen betroffen? 

Ja, ausländische Fahrzeuge sind ebenfalls von den Beschränkungen in französischen Umweltzonen betroffen. Wenn Sie mit einem ausländischen Fahrzeug in eine französische Stadt mit einer Umweltzone fahren möchten, müssen Sie im Voraus eine Crit’Air Vignette erwerben. Diese Regel gilt unabhängig von der Nationalität des Fahrzeughalters oder des Ursprungslands des Fahrzeugs. 

Wichtig: Die deutsche Umweltplakette ist in Frankreich nicht ausreichend. 

Braucht mein Wohnmobil in Frankreich eine Umweltplakette? 

Ob Ihr Wohnmobil in Frankreich eine Umweltplakette benötigt, hängt vor allem davon ab, ob Sie beabsichtigen, in eine der sogenannten Umweltzonen (Zone à Faibles Émissions, ZFE) einzufahren. In diesen speziellen Bereichen ist eine Crit’Air-Vignette erforderlich, die auch für Wohnmobile gilt. Diese Vignette wird anhand der Emissionskennwerte des jeweiligen Fahrzeugs klassifiziert. 

Wohnmobile, die ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen haben, unterliegen den gleichen Regeln wie Personenkraftwagen. Ist das zulässige Gesamtgewicht höher, greifen für sie die Lkw-Vorschriften. 

Brauche ich eine französische Umweltplakette, wenn ich in Frankreich nur auf der Autobahn fahre? 

In der Regel benötigen Sie keine französische Umweltplakette (Crit’Air-Vignette), wenn Sie ausschließlich auf den Autobahnen in Frankreich unterwegs sind. Die Umweltzonen (ZFEs oder ZPAs) betreffen in der Regel städtische oder innerstädtische Gebiete und nicht die überregionalen Autobahnen. 

Wie lange ist die französische Umweltplakette gültig? 

Die französische Umweltplakette Crit’Air hat in der Regel eine unbegrenzte Gültigkeitsdauer. Sie bleibt so lange gültig, bis sich die Emissionsklasse des Fahrzeugs ändert oder die Plakette beschädigt ist und nicht mehr richtig gelesen werden kann. 

Wie erhalte ich die französische Vignette und wie teuer ist sie? 

Die französische Umweltplakette Crit’Air ist sowohl für Einheimische als auch für ausländische Fahrzeugbesitzer erhältlich und dient zur Identifikation der Schadstoffklasse eines Fahrzeugs. Sie kann einfach und komfortabel auf der offiziellen Crit’Air-Website erworben werden, die mehrere Sprachoptionen, einschließlich Deutsch, bietet. 

Für die Beantragung ist es notwendig, eine digitale Kopie des Fahrzeugscheins während des Online-Bestellprozesses bereitzustellen. Die aktuellen Kosten für die Plakette liegen bei 4,61 Euro. Es ist ratsam, die Plakette direkt von der offiziellen Website zu bestellen, da Drittanbieter in der Regel höhere Preise verlangen. 

Auf der Crit’Air-Website finden Sie auch detaillierte Informationen zu den jeweiligen Einfahrtsbestimmungen für die verschiedenen französischen Umweltzonen. Zudem können Sie die genauen Grenzen der einzelnen Zonen mobil abrufen, um sicherzustellen, dass Sie alle Vorschriften einhalten. 

Welches Fahrzeug bekommt welche Umwelt-Vignette?

Fahrzeuge können eine Crit’Air-Vignette beantragen, wenn sie nach bestimmten Daten zugelassen wurden: PKWs nach dem 31. Dezember 1996, motorisierte Zweiräder und leichte Quads ab 1. Juni 2000, leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen ab 30. September 1997 und schwere Nutzfahrzeuge ab 1. Oktober 2001. 

Es gibt insgesamt 6 verschiedenfarbige Plaketten für 6 unterschiedliche Kategorien. Den Fahrzeugen werden je nach Erstzulassung und Abgaswerten (EURO-Norm) die Vignetten zugewiesen. Die Zahlen und Farben weisen auf die entsprechende Kategorie hin. 

  PKW, Wohnmobile und leichte Nutzfahrzeuge (unter 3,5t) LKW, Busse, Wohnmobile (über 3,5t) Motorräder
Kategorie 0
Crit’Air Vignette Klasse 0
© Crit-Air.fr / Green Zones GmbH
Emissionsfreie Fahrzeuge (Elektrofahrzeuge oder mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge)
Kategorie 1
Crit’Air Vignette Klasse 1
© Crit-Air.fr / Green Zones GmbH
Benziner mit EURO 5 und 6 (Erstzulassung ab 1.1.2011) mit EURO 6 (Erstzulassung ab 1.1.2014) mit EURO 4 (Erstzulassung ab 1.1.1997)

mit Erdgas betriebene Fahrzeuge und Hybridfahrzeuge

Kategorie 2
Crit’Air Vignette Klasse 2
© Crit-Air.fr / Green Zones GmbH
Benziner mit EURO 4 (Erstzulassung zwischen dem 1.1.2006 und 31.12.2010), Dieselfahrzeuge mit EURO 5 und 6 (Erstzulassung ab 1.1.2011) Benziner mit EURO 5 (Erstzulassung zwischen dem 1.10.2009 und 31.12.2013), Dieselfahrzeuge mit EURO 6 (Erstzulassung ab 1.1.2014) mit EURO 3 (Erstzulassung zwischen 1.1.2007 und 31.12.2016)
Kategorie 3
Crit’Air Vignette Klasse 3
© lez-france.fr / Green Zones GmbH
Benziner EURO 2 und 3 (Erstzulassung zwischen 1.1.1997 und 31.12.2005), Dieselfahrzeuge EURO 4 (Erstzulassung zwischen 1.1.2006 und 31.12.2010) Benziner EURO 3 und 4 (Erstzulassung zwischen 1.10.2001 und 30.09.2009), Dieselfahrzeuge mit EURO 5 (Erstzulassung zwischen 1.10.2009 und 31.12.2013) EURO 2 (Erstzulassung zwischen 1.7.2004 und 31.12.2006)
Kategorie 4
Crit’Air Vignette Klasse 4
© lez-france.fr / Green Zones GmbH
Dieselfahrzeuge EURO 3 (Erstzulassung zwischen 1.10.2001 und 31.12.2005) Dieselfahrzeuge mit EURO 4 (Erstzulassung zwischen 1.10.2006 und 30.09.2009) ohne EURO -Norm (Erstzulassung zwischen 1.6.2000 und 30.6.2004)
Kategorie 5
Crit’Air Vignette Klasse 5
© lez-france.fr / Green Zones GmbH
Dieselfahrzeuge mit EURO 2 (Erstzulassung zwischen 1.1.1997 und 31.12.2000) Dieselfahrzeuge mit EURO 3 (Erstzulassung zwischen 1.10.2001 und 30.9.2006) –
Keine Plakette Fahrzeuge mit EURO 1 bzw. ohne EURO-Norm (Erstzulassung vor dem 1.10.1997) mit EURO 1,2 oder ohne EURO-Norm (Erstzulassung vor dem 1.10.2011) ohne EURO-Norm (Erstzulassung vor dem 1.6.2000)

 

Wie bringe ich die französische Umweltplakette an? 

Die französische Umweltplakette Crit’Air sollte gut sichtbar auf der Innenseite der Windschutzscheibe angebracht werden, und zwar im unteren rechten Bereich aus Sicht des Fahrers. Die Plakette wird in der Regel als selbstklebendes Etikett geliefert, das direkt auf die Windschutzscheibe aufgeklebt werden kann. Bevor Sie die Plakette anbringen, sollten Sie sicherstellen, dass die Windschutzscheibe sauber und trocken ist, um eine optimale Haftung zu gewährleisten. Für Motorräder, Dreiräder und Vierräder ohne Windschutzscheibe sollte die Umweltplakette an einem fest integrierten Fahrzeugteil gut sichtbar angebracht werden. 

Wie sind die Umweltzonen ausgeschildert? 

Die Umweltzonen in Frankreich sind durch spezielle Straßenschilder gekennzeichnet, die deutlich machen, wann man eine solche Zone betritt oder verlässt. Die Schilder sind in der Regel rund mit einem roten Rand und zeigen ein schwarzes Fahrzeug in der Mitte, umfassen aber auch zusätzliche Informationen über die Art der Beschränkungen. Einfahrt: „Zone circulation restreinte“; Ausfahrt: „Fin de zone circulation restreinte“.  

Die Schilder können auch zusätzliche Tafeln enthalten, die die Bedingungen für den Zugang zur Zone erläutern. Beispielsweise kann die Tafel anzeigen, welche Klassen von Crit’Air Vignetten erlaubt sind, ob die Zone zu bestimmten Zeiten aktiv ist oder nur bei hohen Verschmutzungsgraden. 

In Städten mit temporären Umweltzonen können die Schilder bei Bedarf durch elektronische Anzeigetafeln ergänzt werden, die aktuelle Informationen über den Status der Zone geben, etwa wenn die Zone aufgrund hoher Verschmutzung aktiviert wird. 

Wie erfahre ich, wenn es in temporären Umweltzonen einen Feinstaubalarm gibt? 

Abgesehen von den permanenten Umweltzonen hat Frankreich auch temporäre Umweltzonen, die nur bei Überschreitung bestimmter Schadstoffwerte, wie etwa bei erhöhter Feinstaubkonzentration, aktiviert werden. Diese wetterabhängigen Zonen werden in der Regel von den lokalen Behörden kurzfristig eingerichtet und überwacht. In diesen Gebieten gibt es normalerweise keine speziellen Verkehrszeichen, die auf die Umweltzone hinweisen.  

Autofahrer sollten daher die elektronischen Anzeigen, wie sie zum Beispiel an Überführungen zu finden sind, sowie Medienmeldungen in Radio, Zeitungen und im Internet im Auge behalten.  

Um stets über die aktuellen Bedingungen informiert zu sein, können Sie die Green-Zones-App nutzen. Diese App bietet in Echtzeit Informationen über bestehende temporäre Umweltzonen, die Luftqualität und etwaige Fahrverbote oder -einschränkungen. So können Sie Ihre Reisepläne entsprechend anpassen und Bußgelder vermeiden. 

Gibt es Ausnahmen für die Umweltzonen in Frankreich? 

Ja, in den französischen Umweltzonen gibt es verschiedene Ausnahmen, aber diese können je nach Stadt und spezifischen Bestimmungen variieren. Im Allgemeinen können folgende Fahrzeugtypen oder Situationen von den Beschränkungen ausgenommen sein: 

Notfahrzeuge 

Rettungsfahrzeuge, Polizei und Feuerwehr sind in der Regel von den Beschränkungen ausgenommen. 

Öffentliche Verkehrsmittel 

Busse und andere Formen des öffentlichen Verkehrs können ebenfalls ausgenommen sein, insbesondere wenn sie als umweltfreundlich eingestuft werden. 

Oldtimer 

In einigen Städten können Oldtimer, die ein bestimmtes Alter überschreiten, von den Beschränkungen befreit sein, müssen aber in der Regel eine spezielle Genehmigung haben. 

Behindertenfahrzeuge 

Fahrzeuge, die speziell für Menschen mit Behinderungen ausgerüstet sind, können ebenfalls von den Beschränkungen ausgenommen sein. 

Spezielle Genehmigungen 

Einige Städte bieten spezielle Genehmigungen für Anwohner, Handwerker oder Lieferfahrzeuge, die in der Umweltzone arbeiten müssen. 

Temporäre Ausnahmen 

Während bestimmter Veranstaltungen oder Situationen können temporäre Ausnahmen gewährt werden. 

Was passiert, wenn ich ohne Vignette erwischt werde und wie hoch ist das Bußgeld?  

Wenn Sie in einer französischen Umweltzone ohne die erforderliche Crit’Air Vignette erwischt werden, müssen Sie mit einem Bußgeld rechnen. Die Strafen gelten sowohl für inländische als auch für ausländische Fahrzeuge, sodass Touristen und Besucher ebenfalls betroffen sind. Die Höhe der Strafe kann je nach Stadt und spezifischen Bestimmungen variieren, bewegt sich aber üblicherweise in folgenden Bereichen: 

Für Pkw und Motorräder: Strafen zwischen 68 und 135 Euro. 

Für Lkw und Busse: Strafen bis zu 375 Euro. 

Diese Bußgelder können höher ausfallen, wenn die Zahlung nicht rechtzeitig erfolgt. Es ist auch möglich, dass Ihr Fahrzeug abgeschleppt wird, wenn es als besonders umweltschädlich eingestuft wird und in einer Umweltzone abgestellt ist. 

In einigen Fällen können zusätzlich Punkte in Flensburg vermerkt werden, da Frankreich und Deutschland bei Verkehrsverstößen zusammenarbeiten. Das hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Schwere des Verstoßes und der jeweiligen Gesetze. 

Städte mit Umweltzonen im Überblick 

In Frankreich finden sich Umweltzonen hauptsächlich in großen Metropolen, doch sie sind ebenfalls in kleineren Städten und touristisch beliebten Regionen wie der Côte d’Azur oder dem Elsass etabliert. Im Folgenden finden Sie eine umfassende Liste der wichtigsten französischen Städte, die solche Umweltzonen eingeführt haben.  

Beachten Sie, dass in Frankreich bestimmte Städte eine ZFE-Umweltzone eingerichtet haben, die meistens nur den Stadtzentren gilt. Zusätzlich dazu verfügen alle diese Städte auch über ZPA-Zonen. 

Paris 

Die Hauptstadt Frankreichs, Paris, war Vorreiter bei der Einrichtung von Umweltzonen und hat insgesamt vier solcher Zonen: Paris Stadt ZFE, Paris Großraum ZPA, Paris A86 (innerhalb) ZFE und Paris A86 (außerhalb) ZFE. Diese Hauptzone ist in der Metropolregion Paris von Montag bis Freitag, 8:00 bis 20:00 Uhr, aktiv. In diesem Zeitfenster ist die Einfahrt ohne eine gültige Crit’Air Vignette und mit der Vignette 4 und 5 nicht gestattet.  

Die dauerhafte Umweltzone beinhaltet Orte, die innerhalb des Autobahnrings A86 liegen, allerdings ist die Autobahn selbst davon ausgenommen. Des Weiteren sind diverse Gemeinden, die außerhalb des A86-Bereichs liegen, wie Villeneuve-la-Garenne, L’Île-Saint-Denis, La Courneuve, Drancy, Bondy, Rosny-sous-Bois, Champigny-sur-Marne, Joinville-le-Pont, Créteil, Choisy-le-Roi, Rungis, Fresnes und Antony, ebenfalls Teil der Umweltzone. 

Lyon 

Nahezu sämtliche Bezirke von Lyon sind Teil der ZFE-Zone im Großraum Lyon, ebenso wie Abschnitte von Villeurbanne, Bron und Vénissieux innerhalb der Laurent Bonnevay Ringstraße. Zudem ist die gesamte Stadt Caluire-et-Cuire inbegriffen. Ausgenommen sind allerdings die nördliche Umgehungsstraße (Périphérique Nord) sowie die Autobahnen M6 und M7, die auch als „Sonnen-Autobahnen“ bekannt sind.  

Die Umweltzone ist 24 Stunden am Tag gültig. Das ZPA-Luftschutzgebiet in Lyon umfasst alle Straßen in Lyon und Villeurbanne. Nicht betroffen von den Fahrverboten sind die Hauptverkehrsadern A6, A7 und A42 sowie der Fourvière-Tunnel der A6. Betroffen sind Pkw, Wohnmobile und Krafträder ohne Vignette sowie Fahrzeuge, die eine Vignette 5 haben. 

Grenoble 

Seit 2017 erstreckt sich die dauerhafte Niedrig-Emissionszone in Grenoble über die Stadt hinaus auf 27 benachbarte ländliche Ortschaften, darunter Bresson und Échirolles. Diese gehören alle zur Metropolregion Grenoble-Alpes. Hauptverkehrsadern wie die A48 und die A41 sind jedoch von Verkehrsbeschränkungen ausgenommen. Sie gilt bislang nur für Nutzfahrzeuge und Lkw, Pkw’s sind von der Regelung nicht betroffen.  

Ab dem 1. Juli 2023 gibt es im Stadtzentrum eine zusätzliche Umweltzone, in der mindestens eine Crit’Air Vignette der Klasse 4 erforderlich ist. Diese Regelung betrifft nicht nur Autos, sondern auch motorisierte Zweiräder und Quads. Zudem umfasst die temporäre Luftschutzzone der Region alle 49 Kommunen und reicht bis zu den Mautstellen an den Autobahnen A41 und A48.  

Straßburg 

Seit dem 1. Januar 2022 sind in der Straßburger Umweltzone Fahrzeuge ohne Crit’Air Vignette sowie solche mit einer Crit’Air Vignette der Klasse 5 und 4 nicht mehr erlaubt. Die ZFE-Umweltzone in Straßburg umfasst alle 33 Kommunen der Metropolregion, die dann durch Verkehrsbeschränkungen und Fahrverbote beeinträchtigt werden könnten. Allerdings sind die Hauptverkehrswege A4, A35, N83, N353 und D1083 von diesen Einschränkungen ausgenommen. Ebenso gilt dies für die ZPA-Umweltzone Eurometropole Straßburg, die ebenfalls alle 33 Gemeinden des Großraums abdeckt. 

Toulouse 

Die ZFE-Umweltzone in Toulouse ist durch verschiedene Hauptstraßen wie die A62, A61 und A620 begrenzt. Die ZPA-Zone erstreckt sich über weite Teile der Stadt und wird durch die Ringstraße „Périphérique“ definiert. Fahrzeuge der Plakettenklassen 4 und 5 sowie Fahrzeuge ohne Plakette dürfen hier nicht fahren. 

Lille 

Die Umweltzone in Lille ist temporär und wird nur bei hohen Verschmutzungswerten aktiviert. Die Umweltzone in der Métropole Européenne de Lille (ZFE) erstreckt sich über 95 Gemeinden, darunter auch Lille, Villeneuve d’Ascq und weitere umliegende Ortschaften. Fahrzeuge wie Lkw und Kleintransporter der Plakettenklassen 4 und 5 sowie solche ohne Plakette haben ein permanentes Fahrverbot in dieser Zone. 

Nizza (Nice) 

Die dauerhafte Umweltzone in Nizza umfasst die Promenade des Anglais, Teile der Altstadt und angrenzende Straßen, wobei die Promenade des Anglais selbst auch zur Zone gehört. In dieser Zone sind Autos und Kleintransporter ohne Plakette oder mit Plakette 5 nicht erlaubt. 

Im Département Alpes-Maritimes gibt es darüber hinaus eine ZPA-Luftschutzzone, die sich über sechs benachbarte Küstenstädte erstreckt, einschließlich Nizza, Cannes und vier weitere.  

Marseille 

Die Umweltzone (ZFE) ist von bestimmten Hauptstraßen umgeben, darunter Avenue du Cap Pinède, Boulevard Rabatau, Ave. Alexandre Fleming, Blvd. Françoise Duparc, Blvd. Sakakini, Blvd und Jean Moulin. Diese Straßen selbst sowie bestimmte Tunnel und Zugänge zum Hafen sind von den Beschränkungen ausgenommen. Fahrzeuge ohne Umweltplakette oder mit den Plaketten 4 und 5 sind in dieser Zone nicht zugelassen.  

Die ZPA-Umweltzone in Marseille wird von vier Seiten eingeschlossen: Im Westen durch das Meer, im Norden durch die A557 und weitere Hauptstraßen, im Osten durch Straßen wie Boulevard Rabatau Daniel Matalon, und im Süden durch die Avenue du Prado.  

Weitere Städte mit Umweltzonen können Sie in der folgenden Liste einsehen: 

Amiens 
Annecy 
Arve-Tal 
Avignon 
Bordeaux 
Chambéry 
Clermont-Ferrand 
Côte d’Or 
Creuse/Guéret 
Deux-Sèvres/Niort 
Drôme/Valence 
Eure-et-Loir/Chartres
Fréjus Tunnel 
Gers/Auch 
Haute-Savoie/Annecy 
Montpellier 
Limoges 
Saint-Étienne 
Loiret/Orleans 
Maine-et-Loire/Angers 
Nancy 
Nantes 
Puy-de-Dôme/Clermont-Ferrand 
Pyrénées-Atlantiques/Pau  
Reims 
Rennes 
Rouen 
Savoie/Chambery 
Toulon 
Vendée/La Roche-sur-Yon 
Vienne/Poitiers