Umweltzonen im Ausland: ein Überblick für Reisende

Globale Bemühungen: Die Rolle von Umweltzonen 

Die Luftqualität in europäischen Städten ist ein wachsendes Anliegen. Um die Emissionen zu reduzieren und die Gesundheit ihrer Bürger zu schützen, haben viele Städte in Europa Umweltzonen eingerichtet. 

Das übergeordnete Ziel dieser Zonen ist klar: Sie sollen Schadstoffbelastungen reduzieren, die öffentliche Gesundheit schützen und den Übergang zu umweltfreundlichen Verkehrsmitteln fördern. Während die genauen Regelungen und Ausnahmen von Stadt zu Stadt unterschiedlich sind, ist die Botschaft unmissverständlich. Wer die Bestimmungen missachtet, riskiert in vielen Städten Bußgelder durch regelmäßige Kontrollen. 

Aber was bedeutet das für Reisende? In diesem Blog-Artikel beantworten wir einige häufig gestellte Fragen über Umweltzonen im Ausland, insbesondere in Europa. 

Weshalb gibt es Umweltzonen? 

Umweltzonen wurden ins Leben gerufen, um die stetig wachsenden Herausforderungen der Luftverschmutzung in städtischen und dicht besiedelten Gebieten zu bewältigen. Die Hauptantriebskraft hinter ihrer Einführung war der Schutz der öffentlichen Gesundheit. Schadstoffe aus Fahrzeugemissionen, wie Feinstaub und Stickstoffdioxid, sind für eine Vielzahl von gesundheitlichen Problemen verantwortlich, darunter Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Probleme. 

Neben dem direkten gesundheitlichen Nutzen für die Bevölkerung helfen Umweltzonen auch vielen europäischen Städten, die strengen EU-Luftqualitätsnormen einzuhalten, indem sie den Schadstoffausstoß verringern. Diese Zonen setzen somit ein starkes Zeichen für den Umweltschutz, indem sie Anreize für den Erwerb und die Nutzung umweltfreundlicherer Fahrzeuge schaffen und gleichzeitig Treibhausgasemissionen reduzieren.  

Durch die Beschränkung des Zugangs für hochemittierende Fahrzeuge fördern diese Zonen indirekt auch die Nutzung alternativer, sauberer Verkehrsmittel wie den öffentlichen Verkehr oder das Fahrrad. 

Gibt es Umweltzonen nur in Europa? 

Europa ist ein Vorreiter bei der Einführung von Umweltzonen. Insbesondere Länder wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben strenge Regeln für den Zugang zu bestimmten städtischen Gebieten eingeführt. 

Der Trend zu Umweltzonen hat aber auch andere Kontinente erreicht. In Asien beispielsweise haben Metropolen wie Peking und Tokio eigene Formen von Umweltzonen eingerichtet, um die schädlichen Auswirkungen von Fahrzeugemissionen einzudämmen. Diese Maßnahmen sind oftmals eine Reaktion auf die ernstzunehmenden Luftverschmutzungsprobleme, mit denen viele asiatische Großstädte konfrontiert sind. 

In Nord- und Südamerika haben Städte wie Mexico-Stadt und Santiago de Chile ähnliche Ansätze verfolgt, oft in Form von fahrzeugbasierten Beschränkungen, die auf Nummernschildern basieren, um den Fahrzeugverkehr an bestimmten Tagen zu reduzieren. 

Die globalen Bemühungen zur Einführung von Umweltzonen zeigen, dass die Sorge um die Luftqualität und die damit verbundenen gesundheitlichen Auswirkungen universell ist.  

Welche Fahrzeuge sind in Umweltzonen erlaubt? 

Die Zulassung von Fahrzeugen in Umweltzonen variiert je nach Land, Region oder Stadt und hängt von verschiedenen Kriterien ab. Hier ein Überblick: 

Emissionsstandards: Die meisten Länder klassifizieren Fahrzeuge basierend auf ihren Emissionen. Zum Beispiel verwendet Frankreich ein System von farbigen Vignetten, die auf der Windschutzscheibe angebracht werden, um das Emissionsniveau eines Fahrzeugs anzuzeigen. Je sauberer das Fahrzeug, desto besser die Plakette und desto größer der Zugang zu Umweltzonen.  

Fahrzeugtyp: In vielen Städten, wie Paris oder Madrid, gelten strengere Regelungen für ältere Diesel-Fahrzeuge, weil diese tendenziell mehr Schadstoffe ausstoßen. Oftmals dürfen nur Diesel-Fahrzeuge der neuesten Euro-Norm in die Stadtzentren fahren. 

Elektrofahrzeuge: In vielen europäischen Städten, darunter Amsterdam und Oslo, haben Elektrofahrzeuge bevorzugten oder sogar uneingeschränkten Zugang zu Umweltzonen, um die Nutzung emissionsfreier Fahrzeuge zu fördern. 

Hybridfahrzeuge: In Städten wie London kann der Zugang für Hybridfahrzeuge von der Emissionsklasse und der Art des Hybrids abhängen. Einige erlauben vollen Zugang, während andere beschränkt sein können. 

Gasbetriebene Fahrzeuge: In Rom zum Beispiel dürfen Fahrzeuge, die mit komprimiertem Erdgas (CNG) betrieben werden, in die Umweltzonen fahren, vorausgesetzt sie erfüllen bestimmte Emissionsstandards. 

Es gibt jedoch auch Länder, die die Umweltzone lediglich für bestimmte Fahrzeuge anwenden: In Österreich beispielsweise sind Umweltzonen hauptsächlich für Lkw und Busse vorgesehen. Pkw müssen daher kein „Umwelt-Pickerl“ erwerben und dürfen die Umweltzone ohne Einschränkungen befahren. 

Wie erkenne ich Umweltzonen? 

Die Kennzeichnung von Umweltzonen variiert von Land zu Land. In vielen europäischen Ländern werden Umweltzonen durch spezielle Verkehrsschilder ausgewiesen, die oft in der Landessprache den Begriff für „Umweltzone“ oder „Niedrigemissionszone“ tragen. Diese Schilder können eine farbliche Kodierung oder Symbole verwenden, die darauf hinweisen, welche Fahrzeugtypen oder Emissionsklassen in die Zone eingelassen werden.  

Einige Schilder zeigen auch Zeiten oder Tage, zu denen Beschränkungen gelten. Es ist nicht unüblich, dass ein Symbol eines Autos mit einer roten Linie darauf zu sehen ist, was auf eine Verkehrsbeschränkung hinweist.  

In Frankreich beispielsweise sind die „Zones à Circulation Restreinte“ (ZCR) und „Zones de Protection de l’Air“ (ZPA) verbreitet, die durch Schilder mit einem roten Kreis und der jeweiligen Bezeichnung „ZCR“ oder „ZPA“ angezeigt werden. Das belgische System der „Lage-Emissionszonen“ (LEZ) wird durch runde Schilder mit einem roten Rand und einem weißem Auto-Symbol dargestellt, wobei der Text „LEZ“ weitere Hinweise zur Zone liefert.  

Das Erkennen und Verstehen dieser Schilder ist von zentraler Bedeutung, da das Befahren von Umweltzonen ohne die erforderliche Berechtigung oft mit Bußgeldern geahndet wird. Verschiedene Apps, wie die Green-Zones App, bieten Unterstützung, indem sie über Umweltzonen in ganz Europa informieren und Details zu den jeweiligen Regelungen bereitstellen. 

Kann ich mit meinem Diesel-Fahrzeug in alle Umweltzonen fahren? 

Viele Länder und Städte haben in den letzten Jahren Beschränkungen für Diesel-Fahrzeuge eingeführt, besonders für ältere Modelle, die höhere Mengen an Stickoxiden und Feinstaub ausstoßen. 

In Frankreich beispielsweise haben Städte wie Paris strenge Regulierungen für Dieselfahrzeuge eingeführt. Oft sind ältere Diesel-Fahrzeuge, die vor 2001 zugelassen wurden und nicht mindestens die Euro 3-Norm erfüllen, von der Einfahrt in die „Zones à Circulation Restreinte“ ausgeschlossen.  

Ein weiteres Beispiel ist Spanien, wo Städte wie Madrid und Barcelona Diesel-Kfz beschränken. In Madrid dürfen beispielsweise nur Diesel-Fahrzeuge, die nach 2006 zugelassen wurden und die Euro 4-Norm erfüllen, in die „Zonas de Bajas Emisiones“ fahren.  

In den belgischen Umweltzonen, auch „Low Emission Zones“ (LEZ) genannt, die in den Städten Brüssel, Antwerpen und Gent eingerichtet wurden, gelten strenge Emissionsvorschriften. Fahrzeuge, die die Euro-Norm 0 und 1 erfüllen, sind generell nicht zugelassen. Diesel-Fahrzeuge der Klassen 2 und 3 dürfen ebenfalls nicht in diese Zonen einfahren. Antwerpen und Gent setzen noch strengere Maßstäbe, indem sie auch Dieselfahrzeuge der Schadstoffnorm 4 ausschließen.  

Es ist also offensichtlich, dass die Zugangsbestimmungen für Diesel-Fahrzeuge in europäischen Umweltzonen stark variieren und oft strikt sind. Wer mit einem Diesel-Fahrzeug in Europa unterwegs ist, sollte sich daher umfassend informieren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. 

Gibt es Ausnahmen für Touristen? 

Viele Städte erkennen den wirtschaftlichen Wert, den Touristen mitbringen. Deshalb gibt es in manchen Orten Ausnahmen oder besondere Regelungen für Besucher. Diese könnten zeitlich begrenzt sein oder für bestimmte Tage gelten, an denen die Einschränkungen der Umweltzone nicht so streng sind. 

Als Beispiel dient Griechenland: Hier gibt es in ausgewählten Gebieten Erleichterungen für Touristen in Bezug auf die Umweltzonen, was das Reisen dort unkomplizierter gestaltet. Die Umweltzonen- Regelungen gelten nämlich lediglich für Fahrzeuge mit griechischem Kennzeichen.  

Gelten die Umweltzonen rund um die Uhr? 

In Europa variieren die Regelungen bezüglich der Betriebszeiten von Umweltzonen je nach Land und Stadt. Grundsätzlich können diese Zonen jedoch in zwei Hauptkategorien unterteilt werden: solche, die rund um die Uhr gelten, und solche, die zeitlich beschränkt sind. 

Viele Umweltzonen, besonders in großen Metropolen, gelten 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Dies liegt daran, dass der Schwerpunkt auf der kontinuierlichen Verbesserung der Luftqualität liegt. In solchen Zonen können Verstöße gegen die Regelungen zu jeder Tages- und Nachtzeit zu Strafen führen. 

Es gibt jedoch auch einige Städte, in denen Umweltzonen zeitlich beschränkt sind. Diese Regelungen zielen oft darauf ab, den Verkehr und die damit verbundenen Emissionen während der Hauptverkehrszeiten oder zu bestimmten Tageszeiten zu reduzieren. In manchen Fällen sind die Beschränkungen nur an Wochentagen aktiv und werden an Wochenenden aufgehoben. 

Ein Beispiel hierfür ist Mailand in Italien, wo die Umweltzone „Area C“ an bestimmten Wochentagen zu festgelegten Zeiten in Kraft tritt. Ein weiteres Beispiel ist Genf in der Schweiz, wo die städtischen Umweltzonen nur bei erhöhter Luftverschmutzung gelten („Circulation différenciée“). 

Brauche ich für jede Umweltzone im Ausland eine Plakette? 

In vielen Umweltzonen müssen Fahrzeuge eine spezifische Plakette tragen, die ihre Emissionsstandards und somit ihre Umweltfreundlichkeit bestätigt. Üblicherweise sind diese Plaketten durch verschiedene Farben gekennzeichnet, um zu verdeutlichen, welchem Fahrzeug der Zugang zu welcher Zone gestattet ist.  

Anders in Dänemark und den Niederlanden: Während bei ersterem eine Registrierungspflicht besteht, wird der Zugang der Umweltzone in den Niederlanden per Kamera kontrolliert. 

Generell gilt: Je umweltfreundlicher das Fahrzeug, desto höher ist die ihm zugeteilte Kategorie und umso mehr Zonen sind für es zugänglich.   

Wo kann ich eine Plakette für die Umweltzone meines Reiseziels kaufen? 

Wenn Sie ins Ausland reisen und in Umweltzonen fahren möchten, benötigen Sie oft eine spezielle Plakette, die Ihr Fahrzeug als umweltkonform auszeichnet. Diese Plaketten können in der Regel an mehreren Stellen erworben werden: 

  • Automobilclubs: Viele nationale Automobilclubs bieten Umweltplaketten für verschiedene Länder an. In Deutschland beispielsweise kann man sich an den ADAC wenden, um eine Plakette für Fahrten nach Frankreich oder in andere europäische Länder zu erwerben. 
  • Online-Handel: Es gibt spezialisierte Webseiten und Portale, die Umweltplaketten verkaufen. Hier können Sie oft nach dem spezifischen Land oder der Stadt suchen, die Sie besuchen möchten, und die entsprechende Plakette bequem nach Hause bestellen. 

Während viele Reisende sich vorab in ihrem Heimatland mit den benötigten Plaketten ausstatten, besteht auch die Möglichkeit, diese vor Ort, beispielsweise an Tankstellen, Serviceeinrichtungen oder spezialisierten Verkaufsstellen in den betreffenden Ländern, zu erwerben. Es ist wichtig zu betonen, dass Sie sicherstellen sollten, dass Sie die Plakette von einer offiziellen oder anerkannten Stelle erwerben, um Betrug zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Plakette gültig ist. 

Welche Alternativen zum Pkw gibt es in den Umweltzonen? 

Es gibt verschiedene Alternativen und Möglichkeiten, sich an die Umweltzonen-Regelungen anzupassen. 

Eine Möglichkeit besteht darin, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Viele europäische Städte bieten ein gut ausgebautes und effizientes Netz von Bussen, Bahnen und Straßenbahnen an. So kann man beispielsweise in Frankreich die Metropole Paris problemlos mit der Metro erkunden und dabei die restriktiven Umweltzonen umgehen. 

Eine Alternative ist die Anmietung eines umweltfreundlicheren Fahrzeugs. In Ländern wie die Schweiz oder Schweden gibt es zahlreiche Autovermietungen, die Hybrid- oder Elektrofahrzeuge im Angebot haben, welche den Zugang zu Umweltzonen ermöglichen. 

Fahrradfahren ist auch eine ausgezeichnete Option, insbesondere in Städten mit gut ausgebauten Fahrradwegen wie Kopenhagen in Dänemark oder Amsterdam in den Niederlanden. Hier wird das Radfahren nicht nur durch spezielle Infrastrukturen unterstützt, sondern ist auch eine hervorragende Möglichkeit, die Stadt aus einer anderen Perspektive zu erleben. 

In einigen Städten gibt es auch spezielle Regelungen, die Touristen gewisse Erleichterungen gewähren. So können in Rom, Italien, beispielsweise Touristen, die in einem Hotel im Stadtzentrum übernachten, eine Sondergenehmigung für den Zugang zur Umweltzone erhalten. 

Welche aktiven Umweltzonen gibt es in Europa? 

  • Belgien: Brüssel, Antwerpen 
  • Dänemark: Kopenhagen, Frederiksberg, Aarhus, Aalborg, Odense 
  • Frankreich: Paris, Straßburg, Lille, Lyon, Grenoble, Montpellier, Toulouse, Reims, Cote d’Azur, Saint-Etienne, Marseille, Rouen-Normandie 
  • Griechenland: Athen 
  • Großbritannien: London 
  • Italien: Rom, Mailand, Florenz, Pisa, Bologna, Verona, Palermo, einige italienische Inseln (Capri, Ischia, Ponza, Procida), Bozen, Arezzo 
  • Malta: Valletta 
  • Niederlande: Amsterdam, Arnhem, Den Haag, Utrecht 
  • Österreich: Wien 
  • Portugal: Lissabon 
  • Schweden: Helsingborg, Malmö, Umea, Uppsala, Mölndal, Lund 
  • Schweiz: Genf 
  • Spanien: Madrid 
  • Tschechien: Prag 
  • Ungarn: Budapest 

Belgien

In Belgien wurde in Brüssel, Antwerpen und Gent eine Umweltzone (Low Emission Zone) eingerichtet. In allen drei Zonen sind Fahrzeuge der Euro-Norm 0 und 1 sowie Diesel der Klassen 2 und 3 nicht erlaubt; in Antwerpen und Gent fallen außerdem Dieselfahrzeuge der Euro-Norm 4 unter das Dieselverbot. Wer die Abgasnorm erfüllt muss sich vor der Einfahrt in die Umweltzone online registrieren. Für Fahrzeuge, die sie nicht erfüllen, kann bis zu achtmal im Jahr eine Tageskarte für 35 Euro erworben werden, um die Umweltzonen befahren zu dürfen.

Bulgarien

In Bulgarien gibt es bislang noch keine Umweltzonen. In Planung ist jedoch eine Umweltzone für die Hauptstadt Sofia, die sich voraussichtlich auf Fahrzeuge der Euro-Normen 0, 1 und 2 erstrecken soll.

Dänemark

Dänemark schützt die Innenstädte von Kopenhagen, Frederiksberg, Aarhus, Aalborg und Odense durch Umweltzonen. Bislang gelten diese allerdings nur für LKW und Busse mit mehr als 3,5 Tonnen, die von einem Dieselmotor der Euro-Klasse 3 oder schlechter angetrieben werden.

Frankreich

In Frankreich benötigen Sie nach momentanem Stand in 28 Städten die französische Umweltplakette Crit’Air. Betroffen sind beispielsweise Paris, Lille, Lyon, Straßburg und Grenoble. Teils gilt die Regelung dauerhaft, teils nur dann, wenn Grenzwerte überschritten sind. Bei Nichtbeachtung wird ein Bußgeld in Höhe von 68 bis 375 Euro fällig.

Griechenland

In Athen wurden Teile des Stadtgebiets zur Umweltzone zu erklärt. Für Urlauber ist das aber kein Problem: Sie betrifft zum einen nur Fahrzeuge mit griechischem Kennzeichen und zum anderen gibt es für Mietwagen eine Ausnahme für die ersten 40 Tage.

Großbritannien

In London gilt die „Ultra Low Emission Zone“ (ULEZ) in der Innenstadt. Sie erstreckt sich auf alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Sie können für 17,50 Pfund ein Tagesticket erwerben. Alle anderen Fahrzeuge müssen sich registrieren. In der „Low Emission Zone“ (LEZ) im Großraum London benötigen dieselbetriebene Wohnmobile ab 2,5 Tonnen sowie Vans und große Transporter ebenfalls ein kostenpflichtiges Tagesticket.

Italien

In Italien existieren unterschiedliche Regelungen. So gibt es in Rom und sehr vielen weiteren bei Touristen beliebten Städten verkehrsbeschränkte Zonen für Pkw – „Zona a Traffico Limitato“ genannt. Die Innenstadt Roms darf grundsätzlich nicht mit privaten Fahrzeugen befahren werden. In Mailand und Bologna wird tagsüber an Werktagen eine City-Maut fällig. Die Höhe der Maut ist in Bologna pauschal, in Mailand hingegen nach Schadstoffausstoß gestaffelt. Venetien und Piemont verfolgen einen ähnlichen Ansatz. Gerade Besitzer von Selbstzündern oder älteren Benzinfahrzeugen sollten wissen, dass es in den Südtiroler Talkesseln von Meran, Bozen, Brixen und Bruneck ebenfalls Umweltzonen gibt. Für Fahrzeuge mit der Diesel-Abgasnorm Euro 3 und schlechter sowie für Benziner der Euroklassen 0 und 1 besteht hier an Werktagen von 7 bis 10 Uhr und von 16 bis 19 Uhr ein Fahrverbot. Ab 2022 wird es sich auch auf Fahrzeuge mit Diesel-Abgasnorm Euro 4 erstrecken.

Malta

Im Stadtgebiet von Valletta wurde zwar eine City-Maut eingeführt. Wenn Sie mit dem eigenen Fahrzeug anreisen, sind Sie davon nicht betroffen, denn sie gilt nur für inländische Fahrzeuge. Nehmen Sie vor Ort einen Mietwagen, müssen Sie allerdings eine zusätzliche Gebühr entrichten.

Niederlande

In den niederländischen Städten Amsterdam, Arnhem, Den Haag und Utrecht sind Dieselfahrzeuge der Euro-Normen 0 bis 3 nicht erlaubt. In einigen weiteren Städten gilt bislang nur ein Fahrverbot für LKW, das aber seit 2020 auch auf Autos ausgeweitet werden darf.

Österreich

In Österreich müssen Autofahrer derzeit keine Einschränkungen erwarten. Zwar wurden bereits 2012 sechs Umweltzonen eingerichtet, diese gelten jedoch nur für Lkw der Klassen N1 bis N3. Wollen sie in die Umweltzonen in Wien, Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark, Tirol und im Burgenland einfahren, brauchen sie das sogenannte „Umwelt-Pickerl“. Aktuell gibt es noch keine konkreten Pläne für die Erweiterung der Umweltzonen auf Pkw.

Portugal

In Portugal gibt es lediglich eine Umweltzone in Lissabon (ZER Avenida Baixa Chiado). Sie gilt nur von 6.30 bis 0.00 Uhr und schließt Fahrzeuge aus, die unter die Abgasnormen Euro 0 bis 2 fallen. Als Tourist benötigen Sie eine rote Plakette. Ansonsten müssen Sie an bestimmten Parkplätzen parken und mit dem ÖPNV weiterfahren.

Schweden

Die schwedischen Umweltzonen („Miljözon“) wurden in Helsingborg, Malmö, Umeå, Uppsala, Mölndal und Lund eingerichtet. Sie betreffen aber bislang nur Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Für dieselbetriebene Wohnmobile gelten Ausnahmen. In Göteborg und Stockholm müssen alle Fahrzeuge tagsüber an Werktagen eine City-Maut bezahlen.

Schweiz

In der Schweiz gibt es in Genf sowie in weiteren umliegenden Gemeinden temporäre Umweltzonen, die bei einer erhöhten Luftverschmutzung gelten („Circulation différenciée“). Fahrzeuge mit grauer Umweltplakette oder ohne Plakette (Benziner mit Euro-Abgasnorm 0 und 1 sowie Diesel der Normen 0 bis 2) dürfen dann nicht einfahren. Alle anderen Fahrzeuge benötigen eine „Stick’AIR-Plakette“ mindestens in roter Farbe.

Spanien

Im Madrider Stadtzentrum dürfen Dieselfahrzeuge mit Euro-Norm 3 oder schlechter sowie Benziner mit Euro-Norm 2 oder schlechter nicht fahren. Des Weiteren gibt es eine temporäre Umweltzone im Großraum Madrid. In Barcelona herrscht montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr ein vergleichbares Fahrverbot in der „Zona de baixes emissiones“, fast dem gesamten Stadtgebiet.

Tschechien

In Tschechien wurde jüngst die Emissionsplakette „Emisni-Plaketa“ eingeführt, die für alle Kraftfahrzeuge gilt. Bislang gibt es allerdings nur eine Umweltzone in der Hauptstadt Prag. Bis Ende 2022 besteht noch eine Ausnahme für Fahrzeuge der Klasse Euro 3. Ab dem Jahr 2024 ist eine Verschärfung angedacht.

Ungarn

In Ungarn gibt es zwar keine festen Umweltzonen, dafür aber einen Smogalarm. Wenn die Schadstoffkonzentration in der Luft bestimmte Grenzwerte übersteigt, werden in großen Städten temporäre Fahrverbote für Fahrzeuge der Euro-Klassen 0 bis 4 eingerichtet.

In welchen europäischen Ländern gibt es keine Umweltzonen? 

Die europäischen Länder, in denen keine Maßnahmen zur Luftverbesserung eingeführt wurden oder in Zukunft geplant sind, listen wir im Folgenden für Sie auf: 

  • Estland 
  • Finnland 
  • Kroatien 
  • Lettland 
  • Litauen 
  • Luxemburg 
  • Polen 
  • Rumänien 
  • Slowakei 
  • Slowenien 

Müssen deutsche Autofahrer im Ausland Umweltzonen beachten?

Wer mit dem Auto ins Ausland reist, muss die dortigen Umweltzonen sowie die entsprechenden Vorgaben ebenso einhalten wie die Einheimischen. Konkret bedeutet das: Um eine Umweltzone zu befahren, muss das Fahrzeug die erforderlichen Abgasnormen erreichen und die im jeweiligen Land gültige Umweltplakette tragen.

Um etwa eine dänische Umweltzone befahren zu dürfen, müssen ausländische Autofahrer im Vorfeld ihres Aufenthalts online bei ecosticker.dk die grüne Umweltplakette EcoSticker erwerben. In vielen Ländern besteht die Möglichkeit, die Feinstaubplakette entweder vorab online zu bestellen oder vor Ort zu kaufen, etwa bei Automobilclubs, Zulassungsstellen und technischen Überwachungsvereinen.

Andere Länder sind übrigens bei den Bußgeldern bei Verstößen gegen Umweltzonen nicht so zimperlich wie der deutsche Gesetzgeber. Wer in Dänemark ohne EcoSticker-Plakette in eine Umweltzone fährt, muss mit mindestens 2.500 Euro Bußgeld rechnen. In ähnlicher Höhe bewegen sich die Bußgelder für denjenigen, der in Österreich ohne „Umwelt-Pickerl“ in Umweltzonen unterwegs ist.